Erbendorf/Wäldern. (mwi) In einem feierlichen Pontifikalgottesdienst hat Bischof Wilhelm Schraml
am Samstag die "neue" Orgel in der Peterskirche von Wäldern geweiht.
Stadtpfarrer Konrad Bösl begrüßte neben dem Ehrenbürger auch die Pfarrer Paul Wutz, Josef Unsicker
und Pater Amandus, die als Konzelebranten mit durch die Messe führten. Nach dem Eingangslied, das
noch in Begleitung einer Gitarre gesungen wurde, stellte der Orgelbaumeister Karsten Hörl das Instrument vor.
Es wurde 1958 für eine Gemeinde in Berlin gebaut, bevor sie zur Gemeinde "Auferstehung Christi" nach
Rüsselsheim kam. Für den dortigen Kirchenraum war die Orgel zu klein, für Wäldern allerdings ideal. Als
dann die Erbendorfer Pfarrgemeinde den Tipp bekam, musste schnell gehandelt werden. Innerhalb vier
Wochen wurde das Instrument in Rüsselsheim abgebaut, generalüberholt und in Wäldern mit Hilfe von
Holger Popp, Stefanie Schmetzer und Leonhard Fütterer wieder aufgebaut. Die rein mechanische
Schleifbandorgel hat insgesamt 654 Pfeifen, 546 aus Metall und 108 aus Holz.
Im Anschluss an den Weiheakt durch Bischof Schraml entlockte Organist Holger Popp den Orgelpfeifen
die ersten Klänge. Der erste Choral "Preiset froh den König" wurde vom Steinwaldchor begleitet. In seiner
Predigt stellte Bischof Schraml heraus, worum es der Kirchenmusik gehen müsse: "Sie soll stets zur Ehre
Gottes und zu seinem Lobpreis erklingen."
Dabei verglich er die einzelnen Orgelpfeifen mit den Menschen in einer Gemeinde. Die Pfeifen erklingen
erst, wenn die Luft sie zum Klingen bringt. Genauso ist es mit dem christlichen Leben, das erst lebendig
wird, wenn die Menschen von Gottes Geist durchflutet werden. "So wie eine Gemeinde aus verschiedenen
Menschen bestehe, sind auch in einer Orgel große und kleine Pfeifen, aus unterschiedlichen Materialien,
einige sichtbar, die meisten jedoch im Hintergrund versteckt", brachte der Bischof die Gesamtheit einer
Orgel mit dem Funktionieren einer Gemeinde in Zusammenhang, "nur alle zusammen ergeben Vielfalt und Harmonie."
Der Bischof machte deutlich, dass es nicht darauf ankommt, ob einer in der ersten Reihe oder in der letzten
steht, ob jemand ein Ehrenamt ausführt oder ein alter Mensch einen Rosenkranz betet. "Jeder hat seine
Aufgabe", so der Bischof. Dabei rief er die Christen auf, sich auch in der Ehe und Familie nach "lästigen
Heulern" umzusehen, da es dort ebenso ist wie bei einer Orgel, wenn verstimmte und schmutzige Pfeifen
den harmonischen Klang stören. "Lassen Sie es nicht zu, dass jemand verstimmt ist", appellierte er an die
Gottesdienstbesucher. Außerdem rief er dazu auf, sich zum Christsein zu bekennen und erinnerte an die
Worte von Papst Benedikt, der bei seiner Amtseinführung sagte: "Habt keine Angst vor Christus, er nimmt
nichts und gibt alles. Wer es ihm gibt, erhält es hundertfach zurück."
Schraml machte klar, dass Gott das Fundament und der Eckstein ist, der alles zusammenhält: "Ansonsten
wären wir nur Wracks und Trümmer", erklärte er. Abschließend dankte er all denen, die sich in den Dienst
der Kirchenmusik stellen: "Wie schön ist es im Hause Gottes wohnen zu dürfen und sich beim Klang dieser
Orgel hinein nehmen zu dürfen in die Herrlichkeit Gottes."
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