Neuzirkendorf. . Mit einer schmissigen Bearbeitung von Beethovens "Freude schöner Götterfunken" als Zugabe endete das
Orgelkonzert in der Weißenbrunner Wallfahrtskirche St. Laurentius. Seit Anfang August freut man sich hier über die neue
"Hofmann & Hörl"-Orgel. Grund genug, diese Freude über das kleine, aber feine Instrument möglichst oft zum Ausdruck zu bringen.
Bis November finden monatlich in der wunderschön restaurierten Balthasar-Neumann-Kirche Orgelkonzerte in wechselnder Besetzung statt.
Vergangenen Sonntagnachmittag kamen die Mitglieder des katholischen Kirchenchors aus Mitterteich angereist, um mit einem
publikumswirksamen "best of"-Programm das mittlerweile zweite Konzert dieser kleinen Veranstaltungsreihe zu bestreiten.
Traditionelle Weisen
Chorliteratur, die man einfach kennt. Angefangen von Bachs "Wohl mir, dass ich Jesum habe", Händels "Lascia cio pianga", über
Mozarts "Laudate Dominum" bis zu Cesar Francks "Panis angelicus". Die Moderne blieb dabei außen vor. Als Organist und Chorleiter
in Personalunion hatte sich Matthias Schraml viel vorgenommen.
Natürlich war er als Organist darauf bedacht, die Vielseitigkeit der kleinen Orgel mit Werken von Bruhns, Bach, Reger und Liszt zu
demonstrieren. Heller, satter Mixturenklang ließen, unterstützt von Schramls ungemein deutlicher Artikulation und Phrasierung, das
Stimmengeflecht der barocken Fugen transparent werden. Gedeckte warme Klangfarben, vom wohl dosierten Tremulant zum Schwingen
gebracht, bei Regers "Melodia" und Liszt.
Erschien Bachs c-moll Fuge ein wenig überregistriert, so war Liszts weit ausschweifende Meditation über Arcadelts "Ave Maria" der
rechte Anlass, die Registervielfalt eindrucksvoll zu präsentieren. Die 35 engagiert und diszipliniert aufsingenden Chormitglieder
beeindruckten vor allem bei Carl Thiels "Jauchzet den Herrn" mit voluminöser Klangfülle und mitreißender Gestaltungsfreude, wogegen
die Sätze von Bach ("Wohl mir, dass ich Jesum habe") und Händel ("Dank sei dir, Herr") aufgrund der von Schraml enorm langsam
gewählten Tempi doch empfindlich unter Spannungsverlust litten.
Zweifach überzeugend
Frischere Tempi hätten auch den Solisten bisweilen gut getan, doch Margareta Kusmierz und Bernd Scheltner wussten gut damit
umzugehen. Kusmierz helle, in den Höhen sich mühelos und wunderschön entfaltende Sopranstimme und Scheltners schnörkellos
timbrierter Tenor überzeugten sowohl solistisch als auch im Duett.
Mit einem gefühlvoll gesungenen, anrührenden "Abendgebet", in dem sich Kusmierz heller Sopran vorzüglich mit der warmen
Altstimme von Luitgard Müller verband, und dem gemeinsam gesungenen Schlusslied "Großer Gott, wir loben dich" endete die
kirchenmusikalische Stunde am Sonntagnachmittag, die mit herzlichem Applaus der zahlreichen Besucher belohnt wurde.
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