Neuzirkendorf. Mit einer voluminösen Ouvertüre begann das Konzert, mit einer festlichen Fanfare wurde es beendet. Dazwischen
lagen 75 Minuten virtuoses Orgel- und Trompetenspiel, dargeboten von zwei Könnern ihres Faches. Im Rahmen der Konzertreihe
anlässlich der Orgelweihe gastierten am Sonntag Trompeter Benjamin Sebald und Organist Georg Schäffner in der Wallfahrtskirche
St. Laurentius in Weißenbrunn.
Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von Händel und Bach, aber auch weniger bekannten Komponisten
wie Pietro Baldassare und Oscar Lindberg. Den Auftakt machte die "Suite D-Dur" von Georg Friedrich Händel. Bereits hier überzeugten
die beiden Musiker mit ihrem lebendigen Zusammenspiel: Sie legten den Grundstein für einen wirklichen Ohrenschmaus.
Faszinierendes Solospiel
So beeindruckend die gemeinsam intonierten Stücke waren, so faszinierend war auch das Solo-Orgelspiel. Schäffner, seit 1967 Organist
an der Basilika Gößweinstein und seit 1973 Regionalkantor in der Erzdiözese Bamberg, zog alle Register seines Könnens und demonstrierte
die eindrucksvolle Bandbreite sowohl seiner Fertigkeiten wie auch der Möglichkeiten auf dem Prachtinstrument. Ob bei Bachs
"Toccata, Adagio und Fuge C-Dur" (BWV 564) oder Franz Xaver Schnizers "Sonate D-Dur" - stets formte Schäffner ein harmonisches
Klangbild, das die Zuhörer fesselte.
Wenn die Orgel als die "Königin der Instrumente" gilt, so ist die Trompete zumindest ihre legitime Thronfolgerin. Impulsiv und dominant
setzte sich Benjamin Sebald bei der "Sonata D-Dur" von Pietro Baldassare in Szene; besonders im Grave lieferten sich Trompete und
Orgel ein mitreißendes Duell. "Bavarian Brass", Hofer Symphoniker und "Rekkenze-Brass" sind nur einige der Bläserensembles, in denen
Sebald ein wichtiger Bestandteil ist. Dass er auch mit Georg Schäffner bestens harmonierte, war unüberhörbar.
Herausragender Teil eines Konzerts voller Höhepunkte waren die Spirituals "Joshua fit the battle of Jericho" und "Go, tell it on the mountains".
Beide Musiker intonierten die Stücke voller Leidenschaft - gerade so, als wären die Lieder einzig und allein für Orgel und Trompete geschrieben.
Stehende Ovationen
Es blieb der einzige kleine Makel, dass die Zuhörer bei Oscar Lindbergs "Psalm" auf das Flügelhorn verzichten mussten. Mehr als entschädigt
wurden sie allerdings mit der "Fanfare" von Nicolas J. Lemmens. Lang anhaltender Applaus und stehende Ovationen bewegten die Künstler
zu zwei Zugaben: die Europa-Hymne und "Joshua fit the battle of Jericho".
Das nächste Konzert in der Wallfahrtskirche St. Laurentius findet am Sonntag um 16 Uhr statt. Dann gastiert der katholische Kirchenchor
St. Jakob aus Mitterteich unter der Leitung von Matthias Schraml, der auch an der Orgel spielen wird. Der Eintritt ist kostenlos; um Spenden
wird gebeten.
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