Neuzirkendorf. Unter Papst Sixtus verwaltete er das Kirchenvermögen. Bei der
Christenverfolgung unter Kaiser Nero wurde er am 10. August 258 grausam ermordet. Über
seinen Gebeinen entstand eine der sieben Hauptkirchen Roms. Am Sonntag feiert die
Pfarrgemeinde Neuzirkendorf das Patronatsfest des heiligen Laurentius in der Wallfahrtskirche
Weißenbrunn. Höhepunkt ist die Weihe der neuen Orgel.
Das Gotteshaus liegt zwischen Neuzirkendorf und Troschenreuth, umgeben von Laub- und
Nadelbäumen. Etwa hundert Meter entfernt steht eine Kapelle mit Brunnen, der eigentliche
Ursprung der Wallfahrt. Aus der Quelle soll im 17./18. Jahrhundert weißes Wasser (daher der
Name Weißenbrunn) geflossen sein. Kranke aus dem In- und Ausland pilgerten hierher, um
sich damit zu waschen in der Hoffnung, wieder gesund zu werden. Bildtafeln und Holzkrücken
zeugen noch davon.
Urkundlich wurde die Laurentiuskirche mit Kapelle und Brunnen erstmals 1119 erwähnt.
Hussiten zerstörten 1429 die damalige Holzkirche. Die zweite Kirche, 1494 entstanden, fiel
dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer. Das Gotteshaus in der heutigen Form wurde nach den
Plänen von Balthasar Neumann 1736 erbaut. Bis 1803 war Weißenbrunn im Besitz des
Klosters Michelfeld. Nach der Säkularisation übernahm der Staat Bayern den umliegenden
Klosterwald.
Vor Abbruch gerettet
Die Kirche, um die sich niemand mehr kümmerte, ging danach in den Besitz der Gemeinde
Neuzirkendorf über und verfiel. 1928 wurde sie verkauft, um abgebrochen zu werden, was
beherzte Männer aus Neuzirkendorf und das Landesamt für Denkmalpflege aber verhindern
konnten. Im April 1945 traf eine Granate das Dach des Gotteshauses. Es wurde bereits 1946
wieder repariert. In den 50er Jahren wurde das Innere der Kirche renoviert. Vollständige Innen-
und Außenrenovierungen folgten in den 70er Jahren und noch einmal 1997/98.
Zweimal, 1971 und 1981, suchten Einbrecher die Kirche heim. Die Beute blieb bis heute
verschwunden. Viele Brautpaare aus der Umgebung lassen sich in Weißenbrunn trauen. Die
Kirche ist jeden Sonntagnachmittag zur Besichtigung und zum Gebet geöffnet.
Da am Sonntag sehr viele Gläubige erwartet werden, wird der Festgottesdienst (siehe eigene
Meldung) per Lautsprecher ins Freie übertragen. Zu kurz kommt auch die weltliche Feier nicht.
Den ganzen Tag über ist Zeltbetrieb.
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